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Industrie 4.0
Operational Excellence

Koexistenz statt Kontrolle: Sechs Denkanstöße für neue Betriebsmodelle in der europäischen Fertigung

Veröffentlicht am 8. Januar 2026 in Industrie 4.0

Seit mehr als zwei Jahrhunderten dreht sich die Geschichte des industriellen Fortschritts in irgendeiner Art und Weise um Kontrolle. Mal geht es um die Überwachung von Maschinen, mal um Prozesskontrolle. Andere thematisieren Kontrolle über Ressourcen, und manche sogar über Menschen. Diese Denkweise hat die Massenproduktion und auch globale Lieferketten lange Zeit angetrieben.

Doch nun zeigt sich vermehrt: Derartige Ansätze stoßen an ihre Grenzen.

Die globale Fertigungsindustrie agiert heute in einer Welt, die von Klimaschwankungen, Energieunsicherheit und geopolitischer Aufsplittung geprägt ist. In Europa, wo die Energiekosten hoch, Fachkräfte knapp und der Wettbewerb intensiv sind, hängt Erfolg nicht von Größe oder Geschwindigkeit ab. Stattdessen geht es verstärkt um die Fähigkeit, Technologie, menschliche Werte und Zusammenarbeit zu einem widerstandsfähigeren Zukunftsmodell zu verbinden.

Auf der Expo 2025 in Osaka hat Ikuo Tateishi, Präsident des Human Renaissance Instituts und Enkel des Gründers von OMRON, diesen Ansatz zusammengefasst, indem er sagte, dass nun das Zeitalter der Maximierung und Kontrolle zu Ende gehe und ein neues Zeitalter der Koexistenz beginne.

Das alte industrielle Betriebsmodell, das auf Vorhersehbarkeit und Optimierung ausgelegt ist, muss durch adaptive, ko-kreative Netzwerke ersetzt werden, die Menschen, Maschinen und den Planeten miteinander verbinden.

Die industrielle Zukunft Europas erfordert Koexistenz: Von der Optimierung über Autonomie und darüber hinaus

Der Gründer von OMRON, Kazuma Tateishi, hat diesen Wandel bereits vor über 50 Jahren in seiner SINIC-Theorie prognostiziert. Sie beschreibt, wie sich Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft in kontinuierlichen Rückkopplungsschleifen entwickeln. Die SINIC-Theorie sah einen gesellschaftlichen Wandel voraus:

  • von einer Optimierungsgesellschaft (um die frühen 2000er Jahre) mit Schwerpunkt auf Effizienz und Produktivität zu
  • einer autonomen Gesellschaft (2025 bis 2050), in der sich Systeme ohne zentrale Steuerung selbst organisieren, kommunizieren und lernen, zu
  • einer natürlichen Gesellschaft, in der Mensch, Technologie und Natur sich in Harmonie entwickeln und ein regeneratives und ausgewogenes Ökosystem bilden.
Diese Entwicklung, die einst rein theoretischer Natur war, vollzieht sich nun in Echtzeit in Produktionsstätten auf der ganzen Welt. Maschinen mit sensorisch intelligenter Wahrnehmung in Echtzeit, die entscheiden und sich anpassen; Produktionssysteme, die dynamisch auf Veränderungen reagieren; und Fertigungsstätten, die Betriebsdaten austauschen, um die Energie- und Materialeffizienz zu verbessern.
 
Hervorzuheben ist: Bei Autonomie geht es nicht darum, Menschen zu ersetzen. Es geht darum, Menschen in ihrer Entscheidungsfindung und in ihrem Aktionsradius zu unterstützen. Der Übergang von Kontrolle zu Koexistenz bedeutet, Technologien zu ermöglichen, die zuhören, zusammenarbeiten und Raum für menschliche Kreativität und Sinnhaftigkeit schaffen.

In sechs Schritten zu Koexistenz-orientierten Fertigungsabläufen

Der Übergang zu vermehrter Koexistenz erfordert ein Umdenken hinsichtlich der Gestaltung, Vernetzung und Bewertung von Fertigungssystemen. Er basiert nicht auf einer einzelnen Innovation, sondern auf einer integrierten Transformation von Technologie, Kultur und Kollaboration. Um erfolgreich zu sein, sollten europäische Unternehmen in sechs miteinander verbundenen Dimensionen von Kontrolle zu Koexistenz übergehen:

1. Von isolierter Effizienz zu systemischer Resilienz

Effizienz ist nach wie vor extrem wichtig, reicht aber nicht mehr aus. Europäische Hersteller benötigen Systeme, die statt einer Kontrolllogik adaptives Feedback ermöglichen, sowie Systeme, die sich kontinuierlich anpassen, anstatt nur reaktiv zu reagieren.
 
Praktisch bedeutet das beispielsweise den Einsatz von Automatisierung und KI, um den Betrieb zu stabilisieren und Resilienz zu verbessern, Schwankungen vorherzusagen und die Produktivität unter instabilen Bedingungen aufrechtzuerhalten.
 
Intelligente Bildverarbeitungssysteme und vorausschauende Wartungstechnologien helfen Herstellern beispielsweise, den Durchsatz mit dem Energieverbrauch in Einklang zu bringen und gleichzeitig Abfall und ungeplante Ausfallzeiten zu reduzieren.
 
So wird Resilienz zum Wettbewerbsvorteil, und Europa ist bestens aufgestellt, um diesbezüglich eine Führungsrolle zu übernehmen. Seit Jahrzehnten setzt sich dieser Wirtschaftsraum für ein ausgewogenes industrielles Ökosystem ein, in dem Mensch, Natur und Technologie koexistieren. Eine künftige Fertigung wird direkt auf diesem Fundament aufbauen.

2. Co-Creation statt Wettbewerb

Co-Creation bedeutet, branchen-, regierungs- und forschungsübergreifend zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Herausforderungen zu meistern. In Europa gibt es bereits eine starke Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit: Innovationscluster, Forschungsallianzen und Nachhaltigkeitsprogramme.
 
Der nächste Schritt besteht nun darin, diese Netzwerke offener und agiler zu gestalten, um die Umsetzung von Ideen in die Praxis zu beschleunigen. Kein Unternehmen und kein Land kann etwa Dekarbonisierung oder Digitalisierung alleine erreichen.
 
Wettbewerbsvorteile in der Fertigung werden zunehmend durch gemeinsame Innovationen erzielt. In den weltweiten Automatisierungszentren von OMRON können Kunden unter realen Bedingungen Proof-of-Concept-Tests mit Robotik-, Sensorik- und KI-Steuerungssystemen durchführen. Wir arbeiten eng mit Maschinenbauern und Systemintegratoren zusammen, um diese Lösungen in die Fertigung zu bringen.

3. Von der linearen Produktion zum zirkulären Design

Der Übergang zur „Natural Society“ sieht ein Gleichgewicht zwischen Industrie und Umwelt vor. In Europa, das bereits weltweit führend in Sachen Regulierung auf diesem Gebiet ist, wird die Kreislaufwirtschaft sowohl zu einer ökologischen als auch zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit. In Bezug auf die Fertigung bedeutet das: Es ist ein Wandel weg von Take-Make-Dispose-Modellen hin zu einer zirkulären Produktion feststellbar, bei der Systeme so konzipiert sind, dass sie Materialien und Energie regenerieren.
 
Automatisierung muss dabei Folgendes unterstützen:
  • abfallfreie Produktion (Zero-Waste),
  • Materialrückgewinnung
  • und Energierückgewinnung
Wir wenden dieses Prinzip sowohl intern als auch bei unseren Kunden an. In unseren eigenen Fertigungsstätten setzen wir Systeme zur Energievisualisierung und -reduzierung ein, während Automatisierungslösungen, darunter energieoptimierte Antriebe und kompakte Bewegungssteuerungen, unseren Kunden helfen, messbare CO₂-Reduzierungen in ihren Produktionslinien zu erzielen.

4. Von der zentralen Steuerung zur verteilten Intelligenz

Die nächste Stufe der Fertigung wird auf autonomen, vernetzten Modulen basieren, die lokal denken und global lernen. Eine derart dezentrale Architektur erhöht Agilität und Ausfallsicherheit und ermöglicht einen kontinuierlichen Betrieb, selbst wenn Teile des Systems gestört sein sollten.
 
Wir entwickeln derzeit eine globale Datenplattform, die die von unseren Geräten und Diensten generierten Daten mit den Daten unserer Partner verknüpft und so die Grundlage für neue Lösungen schafft, die Hardware, Software und Dienste kombinieren. Diese Plattform trägt dazu bei, eine neue Ära der verteilten Intelligenz einzuläuten. Sie wird Edge-Geräte, Steuerungssysteme und Cloud-Analysen miteinander verbinden, sodass Fertigungsstätten kontinuierlich lernen und sich in Echtzeit anpassen können. In ganz Europa nutzen Hersteller, die gemeinsam mit Partnern wie Cognizant die IT/OT-Integration testen, Echtzeit-Sensordaten und Vorhersagemodelle, um die Produktionsleistung zu optimieren und die Flexibilität in ihren Betrieben zu verbessern.

5. Von Effizienz zu Transparenz

Da die Automatisierung immer autonomer wird, ersetzt Vertrauen Kontrolle als Grundlage für Systemstabilität. Technologie-Governance stellt sicher, dass Autonomie rechenschaftspflichtig, erklärbar und ethisch ist.
 
OMRON hat diese Grundsätze in seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit integriert, indem es ein Rahmenwerk geschaffen hat, das verlangt, dass jede Innovation auf Sicherheit, Transparenz und soziale Auswirkungen geprüft wird. Im Einklang mit unserer KI-Governance-Richtlinie integrieren wir Grundsätze hinsichtlich Erklärbarkeit und Datenrückverfolgbarkeit in unsere Robotik- und Automatisierungssysteme. So soll sichergestellt werden, dass menschliche Bediener automatisierte Entscheidungen verstehen und überwachen können.
 
Im weiteren Sinne wird Transparenz zu einem Wettbewerbsvorteil: Hersteller, die nachweisen können, wie ihre Systeme Entscheidungen treffen, stärken das Vertrauen bei Kunden, Regulierungsbehörden und Gesellschaft im Allgemeinen. Dieses Vertrauen ist besonders wichtig, wenn die Entscheidungsfindung zwischen Menschen und Maschinen geteilt wird.

6. Von Vorhersehbarkeit zu Anpassungsfähigkeit

Koexistenz erfordert organisatorische Anpassungsfähigkeit und Systeme, die auf Veränderungen reagieren können, ohne ihre Integrität zu verlieren. Die stärksten Fertigungssysteme werden diejenigen sein, die sich anpassen können:
  • schnelles Umschalten zwischen Produktvarianten,
  • Unterstützung von Teams für optimierte Abläufe in Echtzeit,
  • Neugestaltung von Arbeitsabläufen ohne monatelange Entwicklungsarbeit.
Diese Kombination aus technologischer Agilität und organisatorischer Autonomie spiegelt das Gleichgewicht wider, das in der nächsten Stufe von SINIC, der „Natural Society“, angestrebt wird: Wachstum wird nicht durch Größe, sondern durch Harmonie und Reaktionsfähigkeit vorangetrieben

Ein realistischer Weg in die Zukunft

Der Übergang von Kontrolle zu Koexistenz wird nicht einfach sein. Das politische und wirtschaftliche Klima in vielen Ländern und Regionen begünstigt Protektionismus und eine abwartende Haltung gegenüber vermehrter Zusammenarbeit. Bedenken hinsichtlich Arbeitsplatzverlagerungen, Datensicherheit und ethischer KI sind berechtigt und müssen transparent angegangen werden.
 
OMRON hat in diesem Zusammenhang die SINIC-Theorie als Open Source verfügbar gemacht und Innovatoren weltweit eingeladen, gemeinsam den Übergang von der autonomen zur natürlichen Gesellschaft zu gestalten.
 
Die Botschaft hierbei ist klar: Der Übergang von Kontrolle zu Koexistenz kann nur gelingen, wenn er kooperativ erfolgt. Industrie, Technologie und Gesellschaft müssen sich gemeinsam weiterentwickeln, geleitet von einem gemeinsamen Ziel und gegenseitigem Nutzen.
 
Jede industrielle Revolution ging bislang einher mit einer Verbesserung unseres kollektiven Betriebskonzepts. Bei der nächsten geht es nicht darum, Menschen durch Maschinen zu ersetzen. Es geht darum, Technologie wieder mit einem Zweck zu verbinden. War Kontrolle die Sprache des 20. Jahrhunderts, so wird Koexistenz das 21. Jahrhundert prägen. Die nächste Welle des industriellen Fortschritts wird auf einer nachhaltigeren, menschlicheren und widerstandsfähigeren Art der Wertschöpfung aufbauen. Europa hat das Potenzial, diesen Fortschritt weltweit anzustoßen.
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